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| Handbuch Atemwegserkrankungen der Kälber |
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Infektiöse Atemwegserkrankungen bei Rindern haben negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Tiere und damit auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes. War man bisher vielfach der Meinung, durch therapeutische Maßnahmen die Probleme in den Griff zu bekommen, setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass der Gesamtkomplex von Haltung, Stallklima, Versorgung und Hygiene einbezogen werden muss, um erfolgreich Kälber aufziehen zu können. Es ist hinreichend bekannt, dass die kontinuierliche Belegung eines Stalles mit Kälbern unterschiedlichen Alters und damit unterschiedlicher Immunitätslage zu einer Steigerung der Virulenz, also der Ansteckungsfähigkeit durch Erreger führt.
In Betrieben mit ständig wiederkehrenden Infektionsproblemen ist eine Neuorientierung angezeigt. Die Entwicklung in den Haltungssystemen für Kälber hat in den vergangenen Jahren eine positive Wende genommen. Die Unterbringung der Kälber ist so zu gestalten, dass die natürliche Abwehrbereitschaft und Widerstandskraft angeregt und gestärkt wird. Es gilt, die aktive Immunisierung der Kälber gegen Infektionskrankheiten zu fördern. Das Immunsystem der Kälber benötigt etwa 3 bis 4 Monate, um sich vollständig zu entwickeln. Erst dann kann das Kalb eine bestmögliche Immunantwort gegenüber krankmachenden Erregern aufbauen. Daraus resultiert, dass Kälber in den ersten vier Lebensmonaten in einem separaten Stall nach dem Rein-Raus-Prinzip gehalten werden sollten, um den Infektionsdruck zu senken.Die Definition „Kaltstall“ sollte durch die Bezeichnung „Außenklimastall“ abgelöst werden. Hierdurch wird treffender die Zielvorstellung für ein optimales Stallklima im Kälberstall formuliert. Der hohe Sauerstoffgehalt und die geringe Keimbelastung der Außenluft kennzeichnen ihren biologischen Wert. Gelingt es, das Stallklima in etwa dem Außenklima anzupassen, hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit hoher Schadgaskonzentration sowie Zugluft zu verhindern, sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde Haltungsform geschaffen. Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen: Im vorliegenden Handbuch „Atemwegserkrankungen“ des Verlages Kamlage ist es dem Autorenteam gelungen, eine praxisorientierte Gesamtbetrachtung der Thematik für Kälberaufzuchter, Tierärzte, Berater und Studenten zu konzipieren. Neben der Ursachenforschung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen werden insbesondere praxisnahe Empfehlungen für eine Neuorientierung in der Haltung von Kälbern, in Abhängigkeit von der Bestandsgröße, angeboten.In dem Handbuch werden die kritischen Bereiche einer erfolgreichen Kälberaufzucht behandelt. Es sind dies: Geburt, Hygiene und Versorgung sowie Stallklima, Haltung und Management. Es ist zu wünschen, dass zum Wohl gesunder Kälber und zufriedener Aufzüchter die vorliegenden Ausführungen wertvolle Entscheidungshilfen liefern, die in Praxis umgesetzt werden.
Leseprobe aus dem Handbuch Atemwegserkrankungen der Kälber (151,40 KB)
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Handbuch Atemwegserkrankungen der Kälber
Bei der Aufstockung von Milchviehherden ist zu beobachten, dass einerseits die Kühe in modernen Laufställen untergebracht werden, andererseits aber die Kälber in Altgebäuden gehalten werden, die den Ansprüchen an eine gesunde Haltungsform nicht genügen. Hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit erhöhter Schadgaskonzentration, sowie eine permanente Belegung des Stalles begünstigen dann die Infektionseinbrüche. Gute Impfprogramme gegen die wichtigsten Erreger sind vorhanden, jedoch nicht in der Lage, alle Krankheiten zu eliminieren. Dies gilt insbesondere für den Grippekomplex, da es sich hier um eine „Multifaktoren-Krankheit“ handelt. Die Impfung kann kein Ersatz für gutes Stallklima und optimale Haltungsbedingungen sein.Übertriebener Antibiotikaeinsatz und die damit verbundene Resistenzproblematik sowie der Widerstand der Verbraucher gegen Medikamentenrückstände in Lebensmitteln zwingen uns, im Gebrauch von Antibiotika zurückhaltend zu sein und nach besseren Lösungen zu suchen.